Eine kleine, weihnachtliche Geschichte   

 

,,Mama!”, ich stürmte aus der Küche, ,,Wo ist das Mehl abgeblieben?” Ich hatte gerade die Weihnachtsplätzchen für den Weihnachtsmarkt morgen backen wollen, als ich entdeckte, dass das kleine Fach über dem Herd, indem für gewöhnlich unser Mehl lagerte, komplett leer war. „Ist denn keins mehr im Fach über dem Herd?“, kam nun die Antwort von oben. Ich erzählte ihr von dem leeren Fach, und sie kam herunter, um nachzusehen, ob sich nicht noch irgendwo Mehl finden ließ. Leider fand sie, trotz aller Mühen nicht den kleinsten Rest Mehl. Mein Bruder musste es wohl beim letzten Backen leer gemacht haben. Aber wie sollte ich denn jetzt meine Plätzchen backen? Heute hatten aufgrund eines örtlichen Feiertags alle Geschäfte im Ort geschlossen und morgen, am 1. Advent mussten die Plätzchen ja schon fertig sein und außerdem war da ja auch ein Feiertag. Meine Mutter kam auf die rettende Idee. Ich sollte einfach mal bei den Nachbarn fragen, ob sie mir Mehl ausleihen könnten. Das machte ich auch. Unsere direkten Nachbarn von links hatten gerade mal genug Mehl, um selber ihre Plätzchen für morgen fertig zu backen. Doch gegenüber hatte ich Glück: die Familie, die dort wohnte, lieh mir genug Mehl, um meine Plätzchen zu backen. Als ich nachfragte, wie viel Geld wir ihnen geben sollten, lächelten sie freundlich und schüttelte den Kopf. „Du musst mir nichts bezahlen, es ist doch Weihnachten!“

 

Lotta Bauer